Josefsheim Bigge

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Im Mittelpunkt der Mensch

Josefsheim Bigge - wie alles begann.

Heinrich Sommer

Rektor Heinrich Sommer, Priester im Erzbistum Paderborn, gründete in Bigge die Josefs-Gesellschaft. Sein Ziel war: "Heilung, Pflege und gewerbliche Ausbildung verkrüppelter Personen".

Am 03. Januar 1872 in Ahlen in Westfalen geboren, wurde Heinrich Sommer am 05. Februar 1899 zum Priester geweiht. Sein Wunsch als Missionar auszureisen, wurde ihm aus gesundheitlichen Gründen verwehrt. Beherzt wählte er die ihn schon lange interessierende Krüppelfürsorge als neues Arbeitsfeld und studierte die Fachliteratur. Ein Antrag im Caritasausschuß des Katholikentages im August 1903, die Errichtung von Anstalten für krüppelhafte Kinder zu bedenken, gab Heinrich Sommer den Anstoß, seine lang gehegten Pläne zu verwirklichen. Er gewann den Freiherrn Conrad von Wendt auf Schloß Gevelinghausen, dem damals "sozialsten Adeligen Westfalens", und dessen Frau, einer Schwester des "Löwen von Münster", Clemens August Kardinal von Galen, für seine Pläne.


Conrad von Wendt

Am Karfreitag 1904 verschickte Rektor Sommer von Schloss Schellenstein einen Aufruf zur Gründung eines Vereins, der Josefs-Gesellschaft genannt werden sollte. Gleichzeitig veröffentlichte er in 70 katholischen Zeitungen von Westfalen und Rheinland aufklärende Werbeartikel und bat um Unterstützung.

Der Paderborner Bischof unterstützte ebenfalls diesen Aufruf, ein katholisches Krüppelheim zu gründen. Die Antwort darauf waren zahlreiche Geldspenden. Mit Hilfe dieser Geldspenden konnte das Haus Hoffmann (am Bahnhof Bigge) erworben werden und am 31. Oktober 1904 wurde in diesem Haus das "Josefs-Krüppelheim" mit 7 Pfleglingen eröffnet, die in der Setzerei, Druckerei und Buchbinderei Beschäftigung fanden. Die Verwaltung der Anstalt wurde vorläufig auf dem vom Freiherrn von Wendt zur Verfügung gestellten Schloss Schellenstein in Bigge eingerichtet.

Der Grundstein für das heute Josefsheim Bigge und der Josefs-Gesellschaft war gelegt. Lesen Sie weiter, wie sich das Josefsheim Bigge entwickelt hat.

Ansicht Josefsheim 1922
Chronik des Josefsheim Bigge
Jahre Ereignisse  
03.06.1904 Rektor Heinrich Sommer kauft das Haus Hoffmann am Bahnhof Bigge und errichtet eine Werkstatt zur Ausbildung im graphischen Bereich - Druckerei. Es entsteht das "Josefs-Krüppelheim"
Das "Josefs-Krüppelheim", später Josefsheim genannt, ist die Gründereinrichtung der Josefs-Gesellschaft
 
15.08.1904 Gründung der Josefs-Gesellschaft auf Schloss Schellenstein in Bigge durch Rektor Heinrich Sommer und dem Freiherrn Conrad von Wendt.
Vorstandsmitglieder der Josefs-Gesellschaft sind:
Geheimer Regierungsrat Dr. Federath aus Olsberg als Vorsitzender; Rittergutsbesitzer Freiherr von Wendt aus Gevelinghausen als stellvertr. Vorsitzender; Pfarrer Mener aus Bigge als Schatzmeister und stellvertr. Schriftführer; Rektor Sommer als Schriftführer und stellvertr. Schatzmeister; geheimer Kommerzienrat Kremer aus Dortmund; geheimer Medizinalrat Professor Dr. Bardenheuer aus Köln; geheimer Justizrat Schlüter aus Paderborn; Fabrikant Wiese aus Werden a. d. Ruhr
 
1906 Für weitere Ausbildungsbereiche wird ein neues Werkstattgebäude gebaut. Es werden nun Schumacher, Schneider, Schlosser, Drechsler und Schreiner ausgebildet  
1908 Gründung der erste Siechenwerkstatt  
1912 Die Ordensschwestern aus dem Mutterhaus der Franziskanerinnen werden für die Fürsorge, für die Hauswirtschaft und für die Pflege der körperbehinderten Kinder und Jugendliche eingestellt  
1912 Schaffung einer eigenen Berufsschule  
1912 Bau der orthopädischen Elisabeth-Klinik
1.Weltkrieg Während des 1. Weltkrieges erhält das Krüppelheim den Status eines Lazaretts. Kriegsbeschädigte erhalten eine Umschulung in der Werkstätten
 
1915 Aufbau der orthopädischen Werkstätten. Es werden weitere Berufe ausgebildet: Orthopädiemechaniker, Bandagisten, Orthopädieschuhmacher, Drechsler, Bürsten- und Korbmacher  
1917 Bau der Kirche des Krüppelheims  
1921 Gründung des Verbandes katholischer Krüppelanstalten in Deutschland  
1922 Erweiterung des Josefs-Krüppelheim (60 Schlafplätze, Speisesaal) Kliniksonderschule  
1924 Errichtung einer Volksschule für Körperbehinderte (Sonderschule)  
1939 Grosse Zeit der Bewährung gegenüber dem damaligen NS-Regime; im Krieg war das Josefsheim im wesentlichen Lazarett für Kriegsopfer  
1960 Wesentliche Erweiterung und Umbau der bestehenden Ausbildungs- und Produktionsstätten (Gesamtkapazität von ca. 300 Plätzen)  
1964 Neubau der Sonderschule und des Kinderheimes
( 72 Heim- und ca. 100 Schulplätze)
 
19.04.1977 Erstes Koordinierungsgespräch über die Modernisierung und Ergänzung der bestehenden Werkstattteile zu einem Berufsbildungswerkes BBW für Körper- und Lernbehinderte moderner Prägung in einer Größenordnung von 200 Plätzen. Es wird die Wiederaufnahme der Ausbildung von Mädchen zugestimmt  
19.03.1979 Erweiterung der Sonderschule und Einweihung eines neuen heilpädagogischen Sonderkindergartens  
1979 Das Josefsheim Bigge bietet ca. 400 Kindern, Schüler, Jugendlichen und Erwachsenen einen Platz in der Einrichtung  
1980 Es wird ein Antrag auf die Anerkennung der Werkstatt für Behinderte gestellt. Die Bigger Werkstätten erhalten die vorläufige Anerkennung als Werkstatt für Behinderte "WfB"  
1980-1982 Planung - Bau des Berufsbildungswerkes  
24.09.1982 Einweihung und Inbetriebnahme des Berufsbildungswerkes BBW  
1984 Anerkennung der Werkstatt für Behinderte WfB - Bigger Werkstätten  
1984-1991 Der Benediktushof Maria Veen wird eine Zweigwerkstatt der WfB - der Bigger Werkstätten  
1987-1992 Planung - Bau - Fertigstellung des Erwachsenenwohnbereiches "Haus Maria, Haus Heinrich Sommer, Haus von Galen"  
1992 Einweihung des neuen Erwachsenenwohnbereiches  
1987-1989 Planung - Bau - Fertigstellung - Einweihung der "Neuen WfB"  
1989 Einweihung der neuen Werkstatt für Behinderte - Bigger Werkstätten  
1988-1989 Planung - Bau - Inbetriebnahme des Schwerstmehrfachbehindertenbereiches "Haus Martinus"  
1989 Das Josefshaus Lipperode wird eine Zweigwerkstatt der Bigger Werkstätten  
1993-1994 Planung - Umbau - Inbetriebnahme der Außenwohngruppe "Haus Bruno" in Brunskappel  
1993-1995 Planung - Bau - Fertigstellung der landwirtschaftlichen Außenstelle "Franziskushof" in Bigge mit eingegliederter Reittherapie  
1994 Neubau der Kegelbahn  
1994-1995 Renovierung des "Josef- Prior-Saal (früherer Theatersaal)  
1994-1996 Planung - Bau - Fertigstellung des Erwachsenenwohnbereiches mit neuen Wohnformen "Haus Veronica"  
1997 Das "Haus Veronica" wurde bezogen.  
1998-2000 Planung - Bau - Fertigstellung der Integrationsfirma für Getränkeherstellung die "Josefs-Brauerei"  
1999 Neubau und Fertigstellung des neuen Werkstattbereiches der WfB. Die Bigger Werkstätten bieten 200 Arbeitsplätze für körperbehinderte Menschen  
19.08.2000 Einweihung der Integrationsfirma mit 8 Arbeitsplätzen. Es werden zwei Produktlinien produziert: die Biermarke "Josefs-Bräu" und die alkoholfreien Getränke "Josy"  
2002-2003 Erweiterung und Renovierung des Wohnbereiches Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene "Haus Teresa" mit einem Platzangebot von 75 Plätzen  
1998-2002 Planung - Bau - Fertigstellung des neuen Werkstattgebäudes im Josefshaus Lipperode  
09.06.2002 Einweihung des neuen Werkstattgebäudes im Josefshaus Lipperode; "Lipperoder Werkstätten"  
2000-2005 Neuorganisation "Teamstruktur" und Aufbau des QM-Systems (EFQM-Modell)  
2003 Abriss des alten Personalwohnheimes  
2003 Planung - Baubeginn des neuen Wohnkomplexes Haus Benedikt mit 24 Plätzen  
2003 Aufnahme der Ausbildung zum Teilzeichner und Drucker, Fachrichtung Digitaltechnik im BBW  
01.01.2004 Rechtsformänderung der Josefs-Gesellschaft und der Einrichtungen vom e.V. in eine gemeinnützige GmbH (gGmbH)  
2004 Bau des neuen Wohnkomplexes Haus Benedikt  
01.07.2004 Rechtsformänderung der Integrationsfirma in die Josefs-Brauerei gGmbH  
19.03.2005 Bezug des Wohnkomplexes Haus Benedikt  
2005 Die Gesamtkapazität des Josefsheim Bigge umfaßt ca. 770 Plätze